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Rezensionen :

Als Begleitmusik zum Sonntagskaffee, als Soundtrack zur ersten Filmliebe am warmen Seeufer, vor allem aber als treibende Kraft für folkloregeübte Tanzbeine eignen sich die hier unter dem Fantasietitel Balkan Rhapsody versammelten Arrangements rumänischer, bulgarischer und albanischer Tänze vorzüglich. Da können die Taktarten noch so ungerade sein, die Rhythmen nordeuropäischen Ohren verdreht und verkantet erscheinen: Ulrich Herkenhoff, Paganini und Nijinsky des Panflötenspiels in einem, zieht sie wie Seifenblasen aus seiner "Bambusorgel".
Von der Sehnsucht des Flurgottes, dem die Nymphe entwischte, indem sie sich in ein Schilfrohr verwandelte, woraus sich Pan eine Flöte schnitt, um sie weltschmerzlich zu bespielen (Ernst Bloch sprach vom "Ruf ins Entbehrte") – von dieser mythischen Liebesgeschichte erzählt Herkenhoffs Balkan-Rhapsodie weniger. Das tat schon Claude Debussy in seinem Flötenstück Syrinx unübertrefflich. Was Herkenhoff und seinen Mitstreiter Matthias Keller bewegt, ist der tänzerische Furor der Balkanhalbinsel, sind die so vielgestaltigen Landschaften des Volkstanzes in Albanien, Bulgarien und Rumänien.
Eines ihrer Medien ist die Panflöte. In rumänischen Städten sesshaft gewordene Zigeuner entwickelten sie zum hochvirtuosen, tanzbegleitenden Soloinstrument. In mündlicher Überlieferung, versteht sich. Herkenhoff, besessen von der Magie ihres Klangs, hat sich dieses "natürlichen" Instruments bemächtigt und einen Grad der Beherrschung erreicht, der rumänische Zigeunerkapellen das Fürchten lehren könnte. Tänze, die er in Transsilvanien und anderswo "aufschnappte", verleibte er seinem Repertoire ein – verschnitten zu Postkarten einer Rumänienreise: fünf teils herzflimmernde, teils flotte Arrangements, die er den Improvisationskünsten rumänischer Volksmusikanten ablauschte.
Deren Entdeckung und Verbreitung ihres Repertoires ist dem schweizerischen Musikethnologen Marcel Cellier zu danken. Ihm widmen Herkenhoff und Keller ihre CD, die außerdem Bartóks 7 rumänische Volkstänze in Planflötenversion enthält, eine potpourriartige Fantasie Balkania des Komponisten Matthias Keller (über ein Wiegenlied, das Cellier in Albanien aufzeichnete) sowie zwölf Volkslieder und Tänze aus den über 2000 Arrangements, die der bulgarische Komponist Parachkev Hadjiev im Laufe seines 80-jährigen Lebens (1912-92) schuf. Keller instrumentierte seine frühere Panflöte-Klavier-Fassung nun für das Münchner Rundfunkorchester, das den Panflötenkapriolen der Balkan Rhapsody die nötigen Sprungfedern verschafft.
Lutz Lesle

Künstlerische Qualität: 10 (Bewertungsskala: 1-10)

Klangqualität: 10

Gesamteindruck: 10

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Eigentlich hatte ich gehofft, daß Aufnahmen mit Bearbeitungen klassischer Werke für Panflöte allmählich aussterben. Das wird jeder nachvollziehen können, der einmal in solcher Form das Adagiothema aus Bruckners achter Sinfonie gehört hat, eine Aufnahme, die in den siebziger Jahren in Holland auf den Markt kam. Wer angesichts des ein wenig irreführenden CD-Titels Postkarten einer Rumänien-Reise glaubt, dass es sich um eine weitere dieser Fastfood-Produktionen handelt, wird beim Hören sofort eines Besseren belehrt. Dem renommierten Panflöten-Virtuosen Ulrich Herkenhoff ist hier ein weiteres faszinierendes Projekt auf seinem dornenvollen Weg gelungen, "die Panflöte als seriöses Konzertinstrument zu etablieren", wie es im Beiheft heißt.

Zum Ausdruck kommt in dieser Produktion die tiefe Verbundenheit des Instrumentes wie auch des Spielers mit dem Balkan: die titelgebenden Postkarten sind Miniaturen, die der Solist bei seinen Reisen dort von improvisierenden Ensembles abgelauscht und bearbeitet hat. Besondere politische Aktualität bekommt die CD durch das Stück Balkania, das der Musiker und Beiheft-Autor Matthias Keller unter dem Eindruck des Völkermords im Balkankrieg für Panflöte und großes Orchester komponiert hat; ihm liegt ein originales Wiegenlied aus Albanien zugrunde, daß durch eine Aufnahme des Schweizer Pioniers der Musikethnologie, Marcel Cellier, überliefert ist. Vielleicht nicht von ungefähr erinnert daran zugleich manches an Bartók, von dem hier die rumänischen Volkstänze beigegeben sind – der originale Violinpart wird hier von der Panflöte gespielt. Die CD endet mit einer weiteren Orchestration aus der Feder Kellers – den zündenden Bulgarischen Tänzen von Parachkev Hadjilev.

Oehms Classics kommt das Verdienst zu, dieses außergewöhnliche Musikdokument zugänglich gemacht zu haben, und noch dazu als SACD. Der Klang ist vorzüglich; auch das Orchester spielt sich in hörbare Begeisterung, und von einem Dirigenten wie Toshiyuki Kamioka – einem typischen Absolventen des Dirigentenforums des Musikrates mit anschließender deutscher Opernkapellmeistertätigkeit – hätte ich nicht gedacht, dass er sich für eine solche, nicht gerade zentrale Werke des Repertoires betreffende Stücke begeistern könnte. Problematisch finde ich die Lieblosigkeit der Aufmachung des Produktes angesichts des musikalischen Anliegens. Das Beiheft wartet mit sage und schreibe sechs Porträt-Aufnahmen des Panflötisten (und einer des Dirigenten) auf, und die gesamte Optik geht eher in Richtung der anfangs kritisierten Lollipop-Produktionen.

Benjamin G. Cohrs